Das Klimanetzwerk Lippstadt lud zur inzwischen 10. Photovoltaik- und Wärmetour ein, bei der Interessierte die Möglichkeit hatten, praktische Einblicke in die Nutzung erneuerbarer Energien zu gewinnen. Im Mittelpunkt standen Gebäude, die durch die Kombination von Photovoltaik (PV) und Wärmepumpen beeindruckende Ergebnisse in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erzielen.
Station 1: Effiziente Modernisierung eines 60er-Jahre-Hauses
Die erste Station führte die Teilnehmenden zu einer Immobilie im Lippstädter Norden, einem Haus aus den 1960er Jahren, das bereits seit zwei Jahren mit einer 24 kWp PV-Anlage und einer Wärmepumpe ausgestattet ist, die Erdwärme nutzt.
Der Architekt und Besitzer legte besonderen Wert darauf, den Charme des Hauses zu bewahren. Er zeigte, dass Wärmepumpen auch ohne Fußbodenheizung effizient funktionieren können. Beim Thema Wärmedämmung wandte er das Pareto-Prinzip an: „Mit 20 Prozent der Investitionen können 80 Prozent der Maßnahmen erreicht werden.“ Besonders bei älteren Immobilien sei es wichtig, die Maßnahmen zu priorisieren, um Wärmebrücken und Luftdichtigkeit zu verbessern.
Station 2: Nachhaltigkeit im Altbau der Wittekindstraße
An der zweiten Station präsentierte der Besitzer eines Altbaus aus dem Jahr 1959 seine umfassenden Modernisierungsmaßnahmen. Er hat die Seitenwände des Hauses wärmegedämmt, Fenster ausgetauscht, eine Solaranlage installiert und nutzt Erdwärme. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch wurde deutlich gesenkt, und das ganz ohne Verhaltensänderung der Bewohner.
Station 3: State-of-the-Art-Mehrfamilienhaus in der Walleinsteinstraße
Die letzte Station der Tour war ein besonderes Highlight. Hier wurde ein Einfamilienhaus aus den 1950er Jahren zu einem modernen Gebäude mit fünf Wohneinheiten umgebaut. Auch hier kommen eine Wärmepumpe auf Erdwärmebasis und eine PV-Anlage zum Einsatz. Der erzeugte PV-Strom wird den Mietern zu attraktiven Preisen angeboten, was die Nutzung der Anlage optimiert.
Der Besitzer erklärte: „Mir war es wichtig, die Mieter an der Energiewende zu beteiligen. Dank digitaler Stromzähler und einer Gesetzesänderung konnte ich mein Vorhaben realisieren.“
Fazit: Kleine Schritte – große Wirkung
Die 10. PV- und Wärmetour des Klimanetzwerks Lippstadt zeigte eindrucksvoll, dass sowohl kleine als auch umfassende Maßnahmen im Bereich der Gebäudemodernisierung erhebliche Energieeinsparungen bringen können. Dabei gilt es, die Entwicklungen der Preise für fossile Energien, Solaranlagen und Wärmepumpen stets im Blick zu behalten.
Mit der richtigen Planung und Priorisierung lassen sich Bestandsgebäude zu echten Energiesparwundern umgestalten – ein wichtiges Zeichen für die Energiewende und den Klimaschutz in Lippstadt.

