Klimaschutz im Rat – Samen aufgehen lassen

Lippstadt for Future als Mitglied des Klimanetzwerkes hatte für die konstituierende Ratssitzung am 2. November eine kleine Aktion vorbereitet, die in dieser Form dann leider nicht stattfinden konnte.

Alle Mitglieder des neuen Rates sollten zu Beginn ein kleines Präsent erhalten, als Dank für ihr kommunalpolitisches Engagement und gleichzeitig als Erinnerung und Aufforderung, eine starke Klimapolitik für Lippstadt voranzubringen.
Es wurden „Garten-Pralinen“, kleine Saatkugeln aus Erde und Samen der Lippstädter Mischung vorbereitet und einzeln schön verpackt mit entsprechendem Aufdruck: „Lassen Sie die Samen aufgehen für eine starke Klimapolitik in Lippstadt!“

Bildquelle: Lippstadt for Future

Leider konnte die Aktion in der geplanten Form coronabedingt nicht stattfinden und die Präsente nicht persönlich vor Ort überreicht werden. Sie wurden stattdessen durch die Stadtverwaltung intern den einzelnen Fraktionen direkt überbracht.

Mittlerweile sollten die Garten-Pralinen mit ihrer wichtigen Botschaft nun die Lippstädter Ratsfrauen und Ratsherren erreicht haben.

Mitglieder von Lippstadt for Future und des Klimanetzwerks zeigten dennoch zusätzlich Präsenz vor der ersten Ratssitzung vor Ort an der Gesamtschule. Die Bedeutung der nun angelaufenen Legislaturperiode für eine dringend notwendige  Bewältigung der Klimakrise auch auf lokaler Ebene ist enorm und lässt sich nur durch konstruktive Zusammenarbeit aller demokratischer Kräfte aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft voranbringen.

Fahrraddemo fürs Klima

Wir treffen uns am Freitag, den um 13:30 Uhr 29.09. zu einer Fahrraddemo zum Globalen Klimastreik auf dem Rathausplatz in Lippstadt.

Was ist zu beachten:

Die Coronasituation verlangt es, dass wir Abstand halten und falls dies nicht möglich ist, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutzmaske aufsetzen.

Wir fahren auf der Strecke nach den Verhaltensregeln einer critical mass, d.h. wir fahren langsam und halten einen gleichmässigen Abstand zu unseren Mitdemonstranten*innen.
Ein Handzeichen nach oben signalisiert, dass der Zug anhält. Bei Ampeln fahren wir als Zug über eine Ampel, dass heißt die letzten fahren auch über eine rote Ampelphase, damit der Zug als Ganzes weiterfahren kann und keine Lücke entsteht.

Wenn wir die Googlestandortsuche freigeschaltet haben, dann müssten wir als Stau auch in der Googlemap App zu sehen sein.

Wir wollen mit dieser Demo auf den Globalen Klimaprotest aufmerksam machen und gleichzeitig zeigen, dass Lippstadt eine Fahrradstadt ist. Fahrradfahren ist klimafreundlich und sollte erste Priorität im Verkehrmix haben.


Du hast die Wahl – am 13.09.

Welche Partei überzeugt Dich beim Thema Klimaschutz wirklich? Wir haben zu diesem Thema die Wahlprüfsteine aufgelegt und die Inhalte visualisiert. Schaut selbst.

Mehr Info´s gibt es auch an unserem Wahlprüfsteine – Stand am 29.08., 05.09. und 12.09 auf dem Rathausplatz in Lippstadt von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr.

Sprechen Sie uns an!

Unsere Aktivitäten in dieser Woche

Gestern war unser Netzwerktreffen, extra auf einen Dienstag gelegt, damit wir heute zum BUVA Ausschuss können. Hier geht es u.a. um die Radmobilität in Lippstadt.



und morgen zum Stadtentwicklungsausschuß, denn dort wird die CO2 Bilanz von Lippstadt vom Klimamanager des Kreises Soest, Herr Höckelmann, vorgestellt. Eine Gelegenheit in der Fragestunde auch nach dem Stand der Dinge um den Klimamanager für Lippstadt zu fragen.



und am 29.08. trifft man das Klimanetzwerk Lippstadt von 10:00 bis 14:00 Uhr mit den Wahlprüfsteinen der Klimakonzepte der Parteien auf dem Rathausplatz.

Bekommt Lippstadt einen Klimamanager?

Im Juni hat Anke Victor und Wolfgang Hellhake vor dem Haupt und Finanzausschuss, der gegenwärtig als Pandemierat tagt, das Konzept eines Klimamanagers vorgestellt. Es gab eine breite Unterstützung zu diesem Vorstoß von den Grünen, der SPD, den Linken und der BG, aber auch Bedenken von der CDU und der CDL. Nun soll im Herbst bei der Diskussion des Stellenplans das Thema erneut aufgegriffen werden. Leider rennt dem Klima die Zeit weg. Zeit die wir brauchen, um Maßnahmen auch umzusetzen, bevor sie wirken können. Zeit, die wir im Kampf gegen die Klimakatastrophe nicht haben.

Konzept des Klimamanagers

Fakt ist, dass die Lippstädter Klimaziele nicht mit dem Pariser Klimaabkommen übereinstimmen und die Meinungen der Parteien bei diesem Thema sehr weit auseinander liegen. Wir brauchen ein Konzept für diese Aufgabe, denn nur wenn wir klare Ziele und Visionen haben, kann die Stadtverwaltung und die Engagierten in Lippstadt daran arbeiten. Welche Energie frei gesetzt wird, wenn sich alle einig sind, kann man derzeit sehr schön in Soest sehen. Klimatechnisch ist Soest ein Vorbild für Lippstadt. Sie sind uns viele Schritte voraus.

Corona und Klima: Von der Krisenbewältigung lernen

Es ist schon enorm, was möglich ist, wenn der Ernst der Situation erkannt wird. Die Krisenbewältigung bei Corona hat eine Geschwindigkeit erreicht, die ein Vorbild für die Klimakrise sein kann.

Wir wissen, dass die Krisen nur bewältigt werden können, wenn verschiedene emotionale Zustände durchlaufen werden. Bei der Coronakrise konnte man dies sehr gut beobachten. Das „Erkennen“ der Krise war mit Angst gekoppelt. Nach Verdrängung (wird schon nicht zu uns kommen) und Hysterie (die Chinesen sind schuld) kamen wir in Deutschland sehr schnell in die Phase des „Anerkennens der Krise“. Dieser Schritt ist enorm wichtig, erst wenn wir die Krise anerkennen, können wir uns schuldig fühlen und uns selbst verpflichten. Die Deutschen haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie fähig sind, mit der Aufgabe des social distancing und den Hygienevorschriften umzugehen. Sie haben die Informationen der Wissenschaftler verstanden und akzeptiert und haben schon vor dem Shutdown sich danach verhalten.

Die Gefahr für die Gesundheit und die Systeme war so sichtbar, dass die Menschen die Verhaltensänderung ohne Meuterei umsetzen konnten. Seltsamerweise sind es teilweise die Verhaltensänderungen, die wir für die Klimakrise auch brauchen, z.B. den Verzicht auf weite Fernreisen, auf Kreuzfahrten und die Fahrt zur Arbeit, wenn man die Arbeit genauso gut auch im Homeoffice erledigen kann.

Momentan leben wir in einer Phase mit Corona und nicht nach Corona. Das geänderte Verhalten muss sich noch festigen und wir können die Chance jetzt nutzen, darüber nachzudenken, was von der alten Normalität wir eigentlich wieder haben wollen. Es wird eine neue Normalität nach Corona geben. Jetzt ist die Zeit für einen Wendepunkt in Lippstadt. Wir brauchen einen breiten Kommunikationsprozess.

Was ist nicht so gut gelaufen in den letzten 8 Wochen?
Was vermisst ihr?
Was schätzt ihr?
Was wollen wir erhalten?

In die Phase der „Transformation“ kommen wir, wenn die Selbstverpflichtungen überwunden sind und wir uns sagen: Ich will und ich werde mein Verhalten ändern. Wenn wir voller Überzeugung anerkennen, dass es für uns und die Welt das Beste ist.

Wir freuen uns auf diese Phase des Prozesses. Es ist eine kreative Phase und braucht die ganze Gesellschaft. Das Klimanetzwerk Lippstadt bringt sich hier mit Leidenschaft ein.

Bildquelle: Dörle Hovermann

Zusammenarbeit geht virtuell weiter

Stimmungsbild des Klimanetzwerkes

Das Klimanetzwerk hat auch in Coronazeiten eine virtuelle Form der Zusammenarbeit gefunden. So trafen sich einige Teilnehmer des Klimanetzwerkes zur Zoomkonferenz und erarbeiten die nächsten Schritte des Netzwerkes. Die Klimakrise ist durch die Coronakrise ja nicht aufgehoben. Wir müssen lernen mehrere Bälle in der Luft zu halten und uns auf das zu fokussieren, dass gerade an der Zeit ist und möglich ist. Dabei haben wir festgestellt, dass einige Arbeitsgruppen gerade wegen Corona nicht viel ausrichten können, z.B. ist die Müllvermeidungsgruppe aufgrund von Hygienevorschriften ziemlich ausgebremst. Aber die Flächengestaltungsgruppe hat einige Dinge aufgetan, die man jetzt schon anregen muss, denn es gibt auch wieder eine Zeit nach Corona.

Außerdem wollen wir den Kontakt mit der Stadt Lippstadt wieder suchen, damit wir die Gunst der Stunde nutzen können. Es gibt für große Veränderungen einen günstigen Zeitpunkt. Diesen Zeitpunkt nennt man Kairos. Es ist der Zeitpunkt, in der die Welt stillsteht und sicher Geglaubtes in Frage gestellt werden kann. Genau diesen Zeitpunkt haben wir heute. Wir müssen uns überlegen, in welcher Zukunft wollen wir leben und jetzt die richtigen Entscheidungen treffen.

Wir setzen dabei auf Nachhaltigkeit und ein gutes Miteinander.

Messerückblick

Vielen Dank an unseren Kameramann Siegfried Pausder für den schönen Erinnerungsfilm. Es war eine Menge los auf unserer ersten Klimanetzwerkmesse.
Aber sehen Sie doch selbst.