Am 08.Mai 2026 kommt Luisa Neubauer nach Lippstadt ins Stadttheater und zwar im Format: Im Gespräch mit Michael Göring. Die Veranstaltung beginnt aufgrund des Altstadtlaufs erst um 20:00 Uhr.
Ihr neuestes Buch: Was wäre, wenn wir mutig sind? ist der Aufhänger für diese Veranstaltung.
Luisa Neubauer kämpft für unseren Planeten.
Als Führende Persönlichkeit hinter Fridays for Future warnt die 29 jährige unermüdlich vor Stagnation im Kampf gegen die Klimaerwärmung.
„Wir können der Klimakrise nicht ausweichen! Wir müssen handeln!“
Die von ihr initiierten und unterstützten Aktionen treffen in der Bevölkerung auf Zustimmung wie auch auf Unverständnis und Ablehnung.
Welche Wege zeigt Luisa Neubauer auf, wie stellt sie sich der Kritik, was ist die Zukunft von Fridays for Future, wie retten wir unseren einzigen Lebensort, die Erde?
Das Klimanetzwerk wird mit vielen Vertretern vor Ort sein. Es gibt noch Karten über Vibus.
Wir freuen uns auf Luisa.
Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2025-04-29-Luisa_Neubauer-Maischberger-2989.jpg
Carsharing für Lippstadt
Vom „unmöglich“ zum Modellprojekt
Carsharing in Lippstadt? Noch vor wenigen Jahren galt das als aussichtslos. Zu kleinstädtisch, zu autozentriert, zu wenig Nachfrage – so lauteten die gängigen Vorurteile. Doch heute steht fest: Carsharing kommt nach Lippstadt. Im Sommer 2025 hat der Rat der Stadt das Projekt beschlossen und das nötige Budget freigegeben. Ein Erfolg, der ohne das Klimanetzwerk Lippstadt kaum denkbar gewesen wäre.
Das Klimanetzwerk als Motor der Veränderung
Bereits 2024 nahm das Klimanetzwerk Lippstadt das Thema nachhaltige Mobilität gezielt in den Fokus. Ein eigenes Projektteam wurde gegründet, um das Thema Carsharing fachlich fundiert und praxisnah zu bearbeiten. Unter der Leitung von Elke Leonhard Brendel wurden Chancen, Risiken und Umsetzungsmöglichkeiten intensiv analysiert.
Parallel dazu brachte sich das Klimanetzwerk aktiv in Workshops des Kreises Soest ein, der ebenfalls an einem Carsharing-Konzept für Lippstadt arbeitete. Ziel war es, den Prozess nicht nur kritisch zu begleiten, sondern konstruktiv zu unterstützen – immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.
Bürgerumfrage und WandelBar: Der Wendepunkt
Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Erfolg war die umfangreiche Bürgerumfrage des Klimanetzwerkes. Sie zeigte klar: Das Interesse an Carsharing in Lippstadt ist vorhanden. Besonders Menschen, die selten ein Auto benötigen oder bewusst auf einen Zweitwagen verzichten möchten, sehen im Teilen von Fahrzeugen eine echte Alternative.
Ergänzt wurde die Umfrage durch eine gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltung in der WandelBar. Dort kamen Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung, Politik und Fachleute zusammen. Skepsis wurde offen angesprochen, Fragen ehrlich beantwortet und Erfahrungen aus anderen Städten vorgestellt. Aus Vorbehalten wurde Neugier – und aus Neugier Zustimmung.
Warum Carsharing sinnvoll ist
Ein Privat-Pkw wird im Durchschnitt nur etwa eine Stunde am Tag genutzt – die restliche Zeit steht er ungenutzt herum. Genau hier setzt Carsharing an. Ein gemeinsam genutztes Fahrzeug kann bis zu 20 private Autos ersetzen. Das spart Platz, reduziert Verkehr, senkt CO₂-Emissionen und entlastet die Stadt.
In vielen Großstädten ist Carsharing längst etabliert. Doch auch kleinere Städte wie Lippstadt können davon profitieren – vorausgesetzt, das Angebot ist gut geplant und nah an den Bedürfnissen der Menschen.
Der politische Durchbruch im Sommer 2025
Der Einsatz des Klimanetzwerkes zeigte Wirkung: Im Sommer 2025 stimmte der Rat der Stadt Lippstadt dem Carsharing-Projekt zu und stellte das Budget bereit. Insgesamt sollen zehn Fahrzeuge an sieben Standorten im Stadtgebiet angeboten werden – darunter Verbrenner und Elektroautos in unterschiedlichen Fahrzeugklassen.
Das Projekt wird mit rund 195.000 Euro staatlich gefördert. Der Start des Vergabeverfahrens ist für Januar 2026 geplant, ab Herbst 2026 sollen die ersten Carsharing-Autos in Lippstadt unterwegs sein.
Auch Bürgermeister und Verwaltung würdigten das Engagement des Klimanetzwerkes ausdrücklich und bedankten sich öffentlich für das beharrliche Vorantreiben des Projekts.
Ein Erfolg – und kein Endpunkt
Für das Klimanetzwerk ist der Ratsbeschluss ein wichtiger Meilenstein, aber kein Abschluss. Das Netzwerk wird den Prozess weiter begleiten – von der Auswahl des Anbieters bis zur Nutzung im Alltag. Denn der eigentliche Erfolg zeigt sich erst dann, wenn die Lippstädterinnen und Lippstädter das Angebot annehmen und nutzen.
Die Geschichte des Carsharings in Lippstadt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Politik gemeinsam an einer Idee arbeiten. Aus einer vermeintlich unrealistischen Vision ist ein konkretes Zukunftsprojekt entstanden – für mehr Lebensqualität, weniger Verkehr und eine klimafreundlichere Stadt.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit – VHS Vorträge
Im neuen Katalog der VHS Lippstadt und Umgebung gibt es mittlerweile eine ganze Rubrik zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Wir freuen uns sehr, dass die VHS hier mit uns auf einer Welle schwimmt und uns bei unserer Bildungsarbeit unterstützt.
Lippstadt will bis 2040 klimaneutral sein. Bildung ist eine zentrale Stellschraube für diesen Prozess.
Hier eine Übersicht der Vorträge und ein Link zum Anmeldeportal:

Im Projekt „vhs goes green 2“ setzen sieben Landesverbände und 36 vhs in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen um und sparen 10 % ihrer Ausgangsemissionen ein. Dafür wird ein Leitfaden zum klimaschonenden Handeln in den Einrichtungen umgesetzt, ein digitaler Selbstlernkurs entwickelt und das Thema Klimaschutz langfristig bei den Akteuren verankert. Durch die Verankerung klimaschonenden Handelns auf der Organisationsebene und die Sensibilisierung bzw. Einbeziehung der Mitarbeiter*innen leisten die Einrichtungen ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft.

Um auch interessierte Bürger*innen zum Thema klimaschonendes Handeln miteinzubeziehen, wurde eine neue bundesweite Webinar-Reihe entwickelt, die kostenlos von allen Volkshochschulen in ihr Programm aufgenommen werden kann: Die Reihe „Klima und Wir“: Klimaschutzwissen für alle! läuft von Oktober 2025 bis April 2026 und hat zum Ziel, Teilnehmer*innen niedrigschwellig über klimarelevante Themen zu informieren und zu sensibilisieren, um zu klimafreundlichem Handeln anzuregen. In monatlichem Rhythmus zeigen renommierte Expert*innen, wie der Klimawandel unser Leben prägt – von Gesundheit bis Konsum, von Mobilität bis Digitalisierung –, geben praktische Tipps für nachhaltiges Handeln und laden alle Interessierten zum aktiven Austausch ein.
Wärmepumpen live erleben beim „Tag des offenen Heizungskellers“
Unter dem Motto „Tag des offenen Heizungskellers“ laden Greenpeace , Local Zero und das Klimanetzwerk Lippstadt am 15.11. interessierte Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ein, sich aus erster Hand über den Einsatz von Wärmepumpen zu informieren. Mehrere Lippstädter Eigenheimbesitzer öffnen dafür ihre Keller und zeigen ihre installierten Anlagen, die zum Teil auch durch den Strom aus der eigenen PV-Anlage betrieben werden.
Zu Gast in Lippstädter Kellern
Besonders für Menschen, die Zweifel haben, ob die Technologie auch in ihrem Gebäude funktioniert, bietet sich hier eine gute Gelegenheit, den Betrieb von Wärmepumpen live zu erleben: Alle Häuser, die besucht werden, stammen aus den vergangenen 50 Jahren. Die Teilnehmenden können sich über Technik, Kosten und Erfahrungen direkt bei den Eigentümern informieren und offene Fragen klären. Nach der Anmeldung erhalten Interessierte die benötigten Informationen zu den teilnehmenden Immobilien.
Die Veranstaltung ist Teil einer bundesweiten Aktion von Klima- und Umweltgruppen. In diesem Rahmen freuen sich Greenpeace und weitere beteiligte Organisationen über alle, die sich vorab oder auch später bei ihnen zum Thema Wärmepumpe informieren.
Melden Sie sich an!
Anmeldung bitte bis zum 13.11. unter diesem Link hier
Nachhaltigkeitsmesse der HSHL
am 07.10. fand in der Hochschule Hamm Lippstadt eine Nachhaltigkeitsmesse statt. Die Messe hat eine kleine Vorgeschichte und sie hat was mit der Kooperation mit dem Klimanetzwerk Lippstadt zu tun.
Die Professorin Dr. Judith Pütter hatte uns eingeladen, unser Netzwerk den Studierenden vorzustellen und gemeinsam zu überlegen, welche Projekte die Studierenden in Lippstadt umsetzen können, damit die Nachhaltigkeit in Lippstadt verbessert wird.
So waren Lena Daccache und Johanna Brühl im September 2024 im Seminarraum und präsentierten das Klimanetzwerk und in der Diskussion danach entstanden viele Ideen. Im Nachgang fanden 2 Studierende (Lukas Riepegerste und Nicolas Kroll) auf unseren Klimanetzwerktreffen Mitstreiter und Ideenaustausch und die Idee eines Repair Cafés und eines Kleidertauschtreffens wurde mit der Nachhaltigkeitsmesse ergänzt. Am Messetag wurde die Messe von der Hochschulpräsidenten Kira Kastell feierlich eröffnet.
Das Projekt wurde so groß, dass die Nachhaltigkeitsmesse einen eigenen Termin bekam und etliche Professionelle und ehrenamtlichen Akteure sich trafen und austauschten. Für uns als Klimanetzwerk war es eine tolle Sache, mit so vielen Institutionen aus der Nachhaltigkeitsszene auf einer Messe zu sein.
Aus der Präsentation im September ist übrigens auch die Ehrenamtsmesse der HSHL und das Studierenden Projekt Sharebrella entstanden. Diese Präsentation und vor allem die Projekte im Anschluß haben eine nachhaltige Wirkung.
Hier einige Eindrücke von Karl-Heinz Tiemann.
Fünf Jahre WandelBar – eine Idee wird Bewegung
Jede Veränderung beginnt mit einer Vision. Und manchmal reicht eine Person, die den ersten Schritt wagt, damit viele andere folgen. Vor fünf Jahren brachte Johanna Brühl die Idee der WandelBar nach Lippstadt – einen offenen Raum, in dem Menschen miteinander über Zukunft, Nachhaltigkeit und die sozial-ökologische Transformation ins Gespräch kommen. Aus dieser Vision ist inzwischen ein fester Bestandteil des Klimanetzwerks Lippstadt geworden: die WandelBar als Ort des Austauschs, Lernens und gemeinsamen Handelns.
Die Anfänge
Im Frühjahr 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – entstand die erste WandelBar als virtueller Treffpunkt. Damals diskutierte eine kleine Gruppe Szenarien des Zukunftsinstituts, sprach über Postwachstum und über die Frage: „Was wollen wir wirklich, wirklich verändern?“
Es blieb nicht beim Austausch. Schnell wurde klar: Wandel braucht Räume, in denen Menschen sich begegnen und ins Tun kommen können. Aus der Online-WandelBar wurde eine reale Gemeinschaft vor Ort in Lippstadt. Erste Treffen beschäftigten sich mit Methoden wie dem 4-Quadranten-Modell von Ken Wilber oder der Theorie U von Otto Scharmer. Damit legten die Teilnehmenden die Grundlage, wie ein lokaler Transformationsprozess aussehen könnte – partizipativ, kreativ und offen.
Vom Experiment zur festen Größe
Ein entscheidender Schritt war das Finden von Orten für die WandelBar. Besonders der Einzug in einen leerstehenden Friseursalon mitten in der Stadt sorgte für Aufmerksamkeit. Passender hätte die Location kaum sein können: Ein Raum der Veränderung für eine Bewegung, die Wandel vorlebt.
Die Mensa des Ostendorfgymnasium ist seit dem September 2022 der Veranstaltungsort für die WandelBar – jeden ersten Mittwoch im Monat – finden hier Vorträgen, Diskussionen und Workshops statt. Themen wie Tiny Houses, Carsharing, Postwachstum, klimagerechtes Reisen oder EU-Bürgerräte lockten immer wieder neue Menschen an. Der Erfolg sprach sich herum: Der Vortrag zu Tiny Houses mit über 70 Teilnehmer*innen führte sogar dazu, dass im Neubaugebiet Dedinghausen Platz für sieben Tiny Houses geschaffen wurde – ein konkretes Ergebnis aus einem WandelBar-Abend heraus.
Gemeinsam unterwegs
Die WandelBar ist längst nicht mehr nur „eine Idee von Johanna Brühl“. Sie ist heute ein fester Bestandteil des Klimanetzwerks und lebt von den vielen Menschen, die sich regelmäßig einbringen, organisieren, mitdiskutieren und Projekte vorantreiben. Ob bei Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen oder in Gesprächen mit Politik und Verwaltung – die WandelBar hat entscheidend dazu beigetragen, dass das Thema Klimaneutralität und nachhaltiges Leben in Lippstadt sichtbar bleibt.
Ein Beispiel dafür war der 40. WandelBar-Themenabend am 6. August 2025: Ein Spaziergang durch die Stadt führte zu kritischen Orten der Klimaanpassung. Zwölf Teilnehmende schauten genau hin und diskutierten, ob die bisherigen Maßnahmen reichen, um Lippstadt klimaresilient zu machen. Es wurde deutlich: Wandel bedeutet, den Blick zu schärfen, Fragen zu stellen – und sich einzumischen.
Stolz auf das, was wir erreicht haben
Wenn wir heute zurückschauen, können wir als Klimanetzwerk Lippstadt stolz sein:
- Wir haben aus einer Idee einen festen Lern- und Begegnungsraum geschaffen.
- Wir haben regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, die hunderte Menschen erreicht haben.
- Wir haben Themen gesetzt, die in der Stadt weiter diskutiert und zum Teil schon umgesetzt wurden.
- Wir haben gezeigt, dass Wandel nicht abstrakt bleibt, sondern ganz konkret vor Ort passiert.
All das ist nicht das Werk Einzelner, sondern das Ergebnis gemeinschaftlichen Engagements. Jede Person, die in den letzten fünf Jahren dabei war, hat die WandelBar mitgestaltet: als Vortragende, als Diskussionspartner, als Mitorganisatorin, als Ideengeberin oder einfach durch die Präsenz und das Zuhören.
Ausblick: Der Wandel geht weiter
Die WandelBar ist nicht am Ziel – sie ist unterwegs. Unsere Vision bleibt, Lippstadt nicht nur klimaneutral zu machen, sondern zu einer gerechteren, gemeinschaftlicheren und lebenswerteren Stadt zu entwickeln. Eine Stadt, die sich mutig den Herausforderungen der Zukunft stellt und suffizientes, nachhaltiges Leben ermöglicht.
Dazu braucht es weiterhin viele Aktive, die ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und Lust haben, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Jede*r ist eingeladen, Teil dieser Bewegung zu werden. Denn klar ist: Niemand gestaltet den Wandel für uns – wir müssen ihn selbst in die Hand nehmen.
Fazit
Die Geschichte der WandelBar zeigt, was möglich ist, wenn eine Vision auf engagierte Menschen trifft. Sie ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Veränderung machbar ist – Schritt für Schritt, Abend für Abend, Projekt für Projekt.
Als Klimanetzwerk Lippstadt blicken wir mit Dankbarkeit und Stolz auf die letzten fünf Jahre zurück. Und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit vielen alten und neuen Mitstreiter*innen die nächsten Kapitel zu schreiben.
Denn die Zukunft beginnt hier – und jetzt.
Verkehrswende in Lippstadt: Politisch gewollt – administrativ gebremst
Kommunalwahl 2025: Wie ernst meint es Lippstadt mit der Verkehrswende?
Eine Analyse der Antworten auf den verkehrspolitischen Fragenkatalog offenbart: Viele wollen mehr Radverkehr – doch die Umsetzung hakt. Verwaltung und politischer Wille driften auseinander. Die Wahl könnte zur Richtungsentscheidung werden.
Analyse der Positionen zur Kommunalwahl 2025 offenbart Spannungen zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Breites Engagement – aber auch deutliche Unterschiede
Im Vorfeld der Kommunalwahl 2025 hat das FahrradNetzWerk Lippstadt acht gezielte Fragen zur Radverkehrspolitik an Parteien im Stadtrat sowie die Bürgermeisterkandidatin gerichtet. Die Ergebnisse zeigen: SPD, GRÜNE, DIE LINKE und der parteilose Alexander Tschense positionieren sich mit klaren, ambitionierten Vorstellungen für eine nachhaltige Mobilitätswende.
Demgegenüber stehen CDU, FDP und die BG mit zurückhaltenden oder ausweichenden Haltungen – häufig ohne konkrete Maßnahmenvorschläge oder strategische Zielsetzungen.
Kernkritik: Gute Beschlüsse – schwache Umsetzung
Besonders auffällig ist der häufige Verweis auf mangelnde Umsetzung politischer Beschlüsse durch die Stadtverwaltung. Trotz formaler Mehrheiten, etwa beim geplanten Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte NRW (AGFS), fehlt bis heute die administrative Umsetzung.
„Die Rolle der Verwaltung wird mehrfach kritisch beleuchtet – als Bremsklotz, nicht als Gestalterin der Verkehrswende.“
Was ist die AGFS?
Die AGFS (Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte) ist ein Netzwerk NRW-kommunaler Vorreiter im Bereich nachhaltiger Mobilität. Mitglieder profitieren von Know-how, Förderprogrammen und landespolitischem Einfluss. Der Lippstädter Stadtrat hatte 2021 einen Beitritt beschlossen – doch dieser wurde bis heute nicht vollzogen.
Fokus auf Alltag, Ortsteile und Vernetzung
Besonders SPD und Tschense betonen die Notwendigkeit, Stadt und Ortsteile besser zu verbinden. Eine durchgängige, sichere Radinfrastruktur sei Voraussetzung für echte Alltagsmobilität. Auch hier mangelt es bisher weniger am politischen Willen als an konsequenter Umsetzung und ausreichenden personellen Ressourcen in der Stadtverwaltung.
Konservative Zurückhaltung bei Gestaltungsspielräumen
Während progressive Kräfte das Rad als Verkehrsmittel der Zukunft verstehen, bleiben CDU und FDP bei allgemeinen Aussagen zu Eigenverantwortung und Regelakzeptanz. Eine aktive Gestaltung des Verkehrsraums – etwa durch Temporeduzierung, Umverteilung von Flächen oder Bildungsinitiativen – wird kaum thematisiert.
Der politische Wille reicht nicht – es braucht Führungsstärke
Die Analyse legt offen:
– Die Mehrheit will die Verkehrswende.
– Die Verwaltung kann oder will sie nicht ausreichend umsetzen.
– Konservative Kräfte verkennen das Potenzial des Radverkehrs als zukunftsfähiges Leitbild.
Die entscheidende Frage lautet: Wer gestaltet, wer verwaltet? Die nächste Ratsperiode – und besonders die Rolle der Verwaltungsspitze – wird darüber entscheiden, ob Lippstadt bei der Mobilität den Sprung ins 21. Jahrhundert schafft.
FAZIT: Was auf dem Spiel steht
🚲 Politisch mehrheitlich gewollt: Ja
📉 Aber administrativ ausgebremst: Ja
📊 Strategie & Umsetzung fehlen: Oft
🗳️ Wahl 2025 = Richtungswahl: Unbedingt
🌍 Zukunftsfrage: Wird Lippstadt klimafreundlich, gerecht und lebenswert?
Weiterführende Informationen
👉 Alle Fragen und Antworten finden Sie hier
👉 Mehr zur AGFS und ihren Mitgliedskommunen
12 Fragen zum Klimaschutz in Lippstadt an unsere 6 BürgermeisterkandidatInnen
Dieses Jahr ist für uns ein besonders, denn wir wählen am 14. September einen neuen Stadtrat und einen neuen Bürgermeister, bzw. eine Bürgermeisterin. Oft wurden unsere Anregungen im Rat und in den Ausschüssen abgelehnt, teilweise mit nur einer Stimme Mehrheit – und das war nicht selten sogar der Leiter des Ausschusses oder sogar der Bürgermeister. Deshalb stand das Jahr 2025 bei uns auch unter den Vorzeichen eines Wandels für Lippstadt durch Wahlen.
Noch 6 Wochen bis zur Wahl
Zur Wahl stehen nicht nur die Parteien, sondern auch Personen, die sich im Wahlkampf den LippstädterInnen vorgestellt haben. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass die Person des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin einen wichtigen Einfluss auf die Kommunikation, die Entscheidungen und Beschlüsse im Stadtrat haben.
Im Hinblick auf die Klimakrise, ihre Auswirkungen in Lippstadt und konkrete Maßnahmen dagegen hatten wir an die BürgermeisterkandidatInnen also 12 Fragen, die uns als Netzwerk am Herzen liegen, da sie unsere Themen betreffen. Uns ist klar, dass dies nur ein Ausschnitt dessen darstellt, was auf Lippstadt zukommt. Trotzdem können die Antworten eine Wahlhilfe sein und deshalb wollen wir sie hier an dieser Stelle auch in Gänze transparent und öffentlich machen, damit sich jeder und jede selbst ein Bild machen kann.
Unser Fazit:
Die Antworten lassen nicht nur Rückschlüsse auf den Ambitionsgrad der Kandidaten beim Klimaschutz zu, sondern auch auf ihr Fachwissen, ihre Expertise und darauf, wie sehr sich die Kandidaten und Kandidatinnen in das Thema Klimaschutz für Lippstadt eingearbeitet haben. Unser Fazit nach der Sichtung der Antworten: 3 der 6 Kandidaten sind sehr ambitioniert, das Thema systematisch und zeitgerecht anzugehen, die 3 übrigen Kandidaten gehören eher zur Fraktion der Verzögerer.
Unsere Top 3 in puncto mutige Anpacker mit Vision und strukturierter Herangehensweise sind Elisabeth Körner, Michael Bruns und Alexander Tschense
Aber schauen Sie doch selbst einmal in die Antworten und machen Sie sich ein eigenes Bild.
Hier geht es zu den vollständigen Fragen und Antworten, die wir im Juni und Juli 2025 durch eine E-Mail-Befragung der sechs KandidatInnen und Kandidaten erhoben haben.
Und in den nächsten 6 Wochen werden wir die einzelnen Fragestellungen über unsere Social Media Accounts einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Gemeinsam für ein fahrradfreundliches Lippstadt
Erfolgreicher Auftakt des Runden Tisches
Am 23. Januar 2025 kamen Politik, Organisationen und Bürger in Lippstadt zusammen, um das Thema Radverkehr voranzutreiben. Der erste Runde Tisch „Fahrradfahren in Lippstadt“, organisiert von der Gruppe „FahrradNetzWerk Lippstadt“, brachte konkrete Ergebnisse und neue Ansätze für eine fahrradfreundlichere Stadt.
Im Gemeindehaus der Johanneskirche trafen sich engagierte Vertreter aus Politik, der Polizei, dem Fahrradhandel, der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL), dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und vielen weiteren örtlichen Organisationen. Ziel der Veranstaltung war es, die Herausforderungen des Radverkehrs in Lippstadt zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln.
Die Grundlage: Umfrage und Arbeitsgruppen
Zum Auftakt wurden die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt, an der über 500 Lippstädter teilgenommen hatten. Diese Umfrage zeigte, wo der Radverkehr in der Stadt aktuell steht und welche Probleme Radfahrer am dringendsten sehen.
Aufgeteilt in zwei Arbeitsgruppen – „Infrastruktur“ und „Verhalten und Sicherheit“ – haben die über 20 Teilnehmer ihre Ideen eingebracht. Die Gruppe „Infrastruktur“ befasste sich mit baulichen Herausforderungen, wie dem Ausbau von Radwegen und sicheren Abstellmöglichkeiten. Die Gruppe „Verhalten und Sicherheit“ setzte ihren Fokus auf Sensibilisierungskampagnen, Verkehrssicherheit und die Förderung eines respektvollen Miteinanders aller Verkehrsteilnehmer.

Erste konkrete Maßnahmen
Der Runde Tisch konnte bereits einige vielversprechende Ansätze hervorbringen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören:
- Einbindung politischer Vertreter: Ratsmitglieder aller demokratischen Parteien sollen stärker in die Gestaltung der Radverkehrsstrategie einbezogen werden.
- Sensibilisierung durch Elternabende: Elternabende für Erstklässler sollen genutzt werden, um die Vorteile des Radfahrens aufzuzeigen und Kinder frühzeitig für sicheres Fahrradfahren zu begeistern.
- Beteiligung weiterer Akteure: Zukünftige Treffen sollen Service-Clubs und Ortsvorsteher aus der Region einbinden, um eine noch breitere Basis zu schaffen.
Positive Resonanz und Blick in die Zukunft
„Die engagierte Diskussion und die konstruktiven Ergebnisse zeigen, wie wichtig das Thema den Menschen in Lippstadt ist“, betonte Claudia Bachmann, Sprecherin des Organisationsteams. Die Initiative macht deutlich: Fahrradfahren ist nicht nur ein Mobilitätsthema, sondern ein wesentlicher Beitrag zu einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt.
Ein Folgetermin ist bereits in Planung und wird in Kürze bekannt gegeben. Die Initiatoren hoffen, dass noch mehr Menschen und Organisationen Teil dieses wichtigen Dialogs werden.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und machen Sie mit! Gemeinsam können wir Lippstadt fahrradfreundlicher gestalten.
(Für weitere Informationen: Claudia Bachmann und Anke Victor, Klimanetzwerk Lippstadt und FahrradNetzWerk, Tel.: 0170 967 4503)
Meilensteine, Kooperationen und Highlights
Rückblick auf das Klimanetzwerkjahr 2024
Ein strategischer Start ins Jahr
Am 6. Januar 2024 legte das Kernteam des Klimanetzwerks die Weichen für das kommende Jahr. Mit einer überarbeiteten Strategie und klaren Werten begann die Umsetzung auf den Netzwerkabenden. Themenfelder lösten die bisherigen Arbeitsgruppen ab, und Projektsteckbriefe wurden eingeführt, um die Organisation zu stärken. Früh im Jahr beteiligte sich das Netzwerk an Demos für gesellschaftlichen Zusammenhalt und startete erfolgreiche Kooperationen.
Frühling: Mobilität, Demokratie stärken und Wärmewende im Fokus
Die Fahrrad-Sternfahrt, organisiert von Gerd Pokraka, setzte ein Zeichen für lebendige Demokratie und nachhaltige Mobilität.
Parallel dazu beeindruckte die Veranstaltung „Private Wärmewende“ in der Bücherei mit über 100 Teilnehmer*innen. Dieses wichtige Thema wurde erneut von Jan Wollesen und Anke Victor beflügelt.
Über die Fahrradstraße am Weingarten und die intensive Auseinandersetzung mit der Stadt ist letztendlich die neue AG FahrradNetzwerk LP entstanden. Trotz unserer Strategie hat sich eine mittlerweile 20- köpfige Gruppe unter Leitung von Gerd Pokraka gebildet, die sich im Laufe des Jahres selbst organisiert hat und nun beginnt, Projekte zu planen und umzusetzen. Momentan läuft gerade die Umfrage zum Fahrradverhalten, die dann bei einem Runden Tisch im Januar als Grundlage dienen soll.
Sommer: CarSharing und kulturelle Höhepunkte
Das CarSharing-Projekt unter der Leitung von Elke Leonhard Brendel erlebte mit der Veranstaltung in der WandelBar und einer umfangreichen Umfrage spannende Momente, auch wenn die Umsetzung noch Herausforderungen birgt. Der Juni brachte ein kulturelles Highlight mit Maja Göpel im Stadttheater, deren Vortrag das Publikum begeisterte.
Herbst: Klimafokus und politische Weichenstellungen
Mit den PV- und Wärmeradtouren im Juli und September sowie der Klimawoche blieb der Herbst ereignisreich. Die Bürgermeisterkandidat*innen-Vorstellungen zeigten, wie das Klimanetzwerk kommunale Themen aktiv mitgestaltet. Auch der 5. Geburtstag des Netzwerks im September bot Anlass zum Feiern und Netzwerken.
Winter: Bürgergenossenschaft und Zukunftsvisionen
Das Jahr endete mit einem Paukenschlag: der Gründung der Bürgergenossenschaft Lippestrom. Mit einer beeindruckenden Auftaktveranstaltung wurde der Grundstein für ein zukunftsweisendes Energieprojekt gelegt. Parallel trieb das Netzwerk Projekte mit der Hochschule Hamm-Lippstadt voran, etwa VR-Visualisierungen für eine grünere Innenstadt.
Das ganze Jahr über: WandelBar und Kooperationen
Mit acht Themenabenden in der WandelBar organisiert von Johanna Brühl blieb das Netzwerk im regen Austausch mit der Lippstädter Bevölkerung. Themen wie Gesundheit und Klimawandel oder klimafreundliches Reisen sorgten für rege Diskussionen. Zudem wurden zahlreiche neue Partnerschaften geknüpft, etwa mit dem Frauennetzwerk und den Soroptimisten und der HSHL im Bereich Nachhaltige Gründungen.
Ausblick: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft
Das Klimanetzwerk Lippstadt blickt auf ein bewegtes Jahr 2024 zurück und geht gestärkt ins neue Jahr. Mit spannenden Projekten, engagierten Mitgliedern und neuen Kooperationen bleibt der Fokus auf einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft.







































