Antrittsbesuch beim Bürgermeister Tschense

Wie kann Mobilität in Lippstadt klimafreundlicher werden? Über diese Frage tauschten sich jetzt Mitglieder des Klimanetzwerks und des Fahrradnetzwerks Lippstadt mit Bürgermeister Alexander Tschense im Stadthaus aus. Das Treffen zeigte: In der Stadt gibt es viele Ideen – und auch konkrete Projekte, die bereits auf den Weg gebracht wurden.

Ehrenamtliches Engagement für mehr Klimaschutz

Bürgermeister Alexander Tschense hatte die Vertreterinnen und Vertreter der Netzwerke zu einem Gespräch unter der Überschrift „Klimafreundliche Mobilität“ eingeladen.

Anke Victor, Sprecherin des Klimanetzwerks, begrüßte den offenen Austausch:

„Wir freuen uns, dass Alexander Tschense so großes Interesse am Klimaschutz in Lippstadt und an unserer ehrenamtlichen Arbeit zeigt. Beim Thema Mobilität bringen wir gern unsere Ideen ein, hoffen auf gemeinsame Ziele und bieten unsere Unterstützung an.“

Die Netzwerke engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich für nachhaltige Mobilitätslösungen in Lippstadt.

Radverkehr weiter verbessern

Ein wichtiger Schwerpunkt des Gesprächs war der Radverkehr.

Claudia Bachmann vom Fahrradnetzwerk berichtete über die Arbeit der Gruppe, die sich insbesondere für bessere und durchgängige Radwege zwischen der Innenstadt und den Ortsteilen einsetzt.

Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt enthalte bereits viele gute Ansätze. Allerdings fehle aus Sicht des Netzwerks mehr Transparenz über den aktuellen Stand der Umsetzung.

Uwe Schemmann vom Kernteam des Klimanetzwerks erklärte dazu:

„Wir vermissen ein Instrument, mit dem wir erkennen können, wo wir bei der Umsetzung der Maßnahmen stehen und was bereits angefangen oder sogar finalisiert ist.“

Ein weiteres Problem: Die zugrunde liegenden Daten sind inzwischen veraltet. Der Verkehrsentwicklungsplan stammt aus dem Jahr 2014. Aktuelle Verkehrszählungen fehlen bislang.

Mehr Transparenz geplant


Bürgermeister Alexander Tschense kündigte an, dass die Stadtverwaltung bereits an einem neuen digitalen Instrument arbeitet.

Dieses Tool soll künftig mehr Transparenz über laufende Projekte schaffen. Bürgerinnen und Bürger können dann den Fortschritt von Maßnahmen verfolgen – nicht nur im Bereich Verkehrspolitik, sondern auch in anderen Themenfeldern der Stadtentwicklung.

Idee: Eine mobile Jugendverkehrsschule

Ein besonders positives Echo fand eine neue Idee des Fahrradnetzwerks: eine Jugendverkehrsschule, in der Kinder, aber auch ältere Menschen, sicheres Radfahren üben können – insbesondere im Umgang mit E-Bikes.

Karl-Heinz Tiemann stellte das Projekt vor. Bürgermeister Tschense reagierte begeistert:

„Eine tolle Idee. Ich könnte mir schon einige Flächen vorstellen – abgesehen von den Schulhöfen – wo man so etwas realisieren könnte.“

Besonders spannend findet der Bürgermeister die Idee eines mobilen Verkehrsgartens, der flexibel an verschiedenen Orten aufgebaut werden kann.

Carsharing in Lippstadt nimmt Fahrt auf

Auch beim Thema Carsharing gibt es Fortschritte.

Sabine Hense-Ferch, Pressesprecherin des Klimanetzwerks, berichtete über die Arbeit ihres Teams, das sich intensiv für ein entsprechendes Angebot in Lippstadt eingesetzt hat. Eine vom Netzwerk initiierte Umfrage hatte zuvor gezeigt, dass es in der Stadt einen Bedarf für Carsharing gibt.

Auf dieser Grundlage sammelten die Mitglieder Beispiele und Erfahrungen aus anderen Städten und suchten das Gespräch mit der Stadtverwaltung. Mit Erfolg:

Die Stadt Lippstadt hat gemeinsam mit dem Kreis Soest einen Förderantrag für zehn Carsharing-Fahrzeuge gestellt – und dieser wurde inzwischen bewilligt.

Wenn alles nach Plan läuft, könnten die ersten Fahrzeuge bereits in der zweiten Jahreshälfte in Lippstadt zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Tschense ergänzte, dass mindestens fünf der Fahrzeuge Elektroautos sein werden. Neben vier Standorten in der Innenstadt soll auch Bad Waldliesborn eine Carsharing-Station erhalten.

Langfristig könnten auch die Ortsteile in das Sharing-System eingebunden werden.

Austausch soll fortgesetzt werden

Das Treffen zeigte, wie wichtig der Dialog zwischen Stadtverwaltung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern ist.

Zum Abschluss versprach Bürgermeister Alexander Tschense den Netzwerkern:

„Wir bleiben in Kontakt.“

Ein Versprechen, das Hoffnung macht – für weitere gemeinsame Schritte hin zu einer klimafreundlichen Mobilität in Lippstadt.

Bildquelle: Christian Motog – https://www.für-lippstadt.de

Klimaschutz im Schulterschluss

Klimaneutralität 2040, starke Partnerschaften und datenbasierte Strategien – das Klimanetzwerk Lippstadt geht den nächsten konsequenten Schritt. Im Rahmen einer intensiven Strategietagung traf sich das Kernteam mit der bundesweit aktiven Initiative LocalZero, um die Zusammenarbeit auf ein neues Level zu heben. Das Ziel ist klar: Lippstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 wirkungsvoll begleiten.

Was bei diesem Treffen deutlich wurde: Das Klimanetzwerk Lippstadt professionalisiert seine Arbeit spürbar – strukturiert, strategisch und mit einem starken Partner an der Seite.


Klimaneutralität 2040: Gemeinsam mehr erreichen

Sowohl das Klimanetzwerk Lippstadt als auch LocalZero verfolgen ein gemeinsames Ziel: Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität fundiert und praxisnah zu unterstützen.

Die Strategietagung zeigte eindrucksvoll, wie gut sich lokale Verankerung und externe Expertise ergänzen. Während das Klimanetzwerk tief in der Stadtgesellschaft verwurzelt ist, bringt LocalZero umfassende Erfahrung, bundesweite Vergleichsdaten und fachliche Expertise ein.

Das Ergebnis: Mehr Schlagkraft für den Klimaschutz in Lippstadt.


Vier Synergiefelder für mehr Wirkung im Klimaschutz

In dem konstruktiven und motivierenden Austausch wurden vier zentrale Bereiche identifiziert, in denen die Zusammenarbeit besonders großes Potenzial entfaltet:

1. Daten- und Analysearbeit: Klimaschutz auf belastbarer Grundlage

Ein zentrales Thema war die datenbasierte Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen. Besonders spannend: die Gegenüberstellung der Maßnahmensteckbriefe des Klimanetzwerks mit den Top-Maßnahmen von LocalZero.

Welche Maßnahmen bringen tatsächlich die effektivsten CO₂-Reduktionen?
Welche Strategien haben sich andernorts bewährt?

„Bei diesen Themen eröffnen sich für uns effektivere Methoden und Daten, die unsere zukünftigen Forderungen auf eine noch bessere Datenbasis stellen“, betont Sprecherin Anke Victor.

Damit wird klar: Das Klimanetzwerk argumentiert künftig noch fundierter, faktenbasierter und strategischer – ein deutlicher Schritt in Richtung Professionalisierung.


2. Bürgerbeteiligung und Aktivierung: Klimaschutz wird gemeinschaftlich

Klimaschutz lebt vom Mitmachen. Die Zusammenarbeit mit LocalZero eröffnet neue Ansätze zur Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern sowie zur strukturierten Beteiligung.

Ein gelungenes Beispiel ist der „Tag des offenen Heizungskellers“ im vergangenen Herbst. Über 60 Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer informierten sich vor Ort über klimafreundliche Heizlösungen. Diese erste Kooperation zeigte bereits, wie erfolgreich gebündelte Kompetenzen wirken können.


3. Projektentwicklung und Finanzierung: Vom Konzept zur Umsetzung

Klimaschutz braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch tragfähige Projekte und solide Finanzierungskonzepte. Hier bringt LocalZero zusätzliche Expertise ein – etwa bei der strategischen Planung von Maßnahmen oder bei der Identifikation von Fördermöglichkeiten.

Das Klimanetzwerk Lippstadt erweitert damit sein Kompetenzprofil deutlich: von der engagierten Initiative hin zum strategisch arbeitenden Partner für konkrete Umsetzungsprojekte.


4. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit: Wissen multiplizieren

Auch im Bereich Bildung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit entstehen neue Möglichkeiten. Klimaschutzwissen soll noch gezielter vermittelt und verständlich aufbereitet werden – faktenbasiert, lösungsorientiert und motivierend.

Gleichzeitig lädt LocalZero das Klimanetzwerk ein, gemeinsam am bundesweiten Angebot weiterzuarbeiten – etwa in den Bereichen Netzwerkmanagement und Energiethemen. Das unterstreicht: Das Klimanetzwerk Lippstadt wird zunehmend auch überregional als kompetenter Akteur wahrgenommen.


Lokale Stärke trifft externe Expertise

Das Treffen machte deutlich: Durch die Verbindung von lokaler Kompetenz und externer Fachunterstützung gewinnt der Klimaschutz in Lippstadt spürbar an Dynamik.

Mit klar definierten Ansprechpartnern – künftig ist Lena Daccache erste Ansprechpartnerin für LocalZero – werden die Prozesse noch strukturierter und effizienter gestaltet.


Klimanetzwerk Lippstadt: Vom Engagement zur strategischen Kraft

Die Strategietagung markiert einen Meilenstein. Das Klimanetzwerk Lippstadt entwickelt sich sichtbar weiter:

  • stärkere Datenorientierung
  • klarere strategische Ausrichtung
  • professionelle Projektentwicklung
  • strukturierte Kooperation auf Bundesebene

Der Schulterschluss mit LocalZero zeigt: Das Klimanetzwerk ist bereit für die nächste Stufe der Professionalität.

Lippstadt profitiert davon – mit mehr Expertise, mehr Wirkung und einem klaren Kurs Richtung Klimaneutralität 2040.

Der Klimaschutz in Lippstadt ist damit nicht nur engagiert, sondern strategisch aufgestellt wie nie zuvor.

Luisa Neubauer kommt nach Lippstadt

Am 08.Mai 2026 kommt Luisa Neubauer nach Lippstadt ins Stadttheater und zwar im Format: Im Gespräch mit Michael Göring. Die Veranstaltung beginnt aufgrund des Altstadtlaufs erst um 20:00 Uhr.

Ihr neuestes Buch: Was wäre, wenn wir mutig sind? ist der Aufhänger für diese Veranstaltung.

Luisa Neubauer kämpft für unseren Planeten.

Als Führende Persönlichkeit hinter Fridays for Future warnt die 29 jährige unermüdlich vor Stagnation im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

„Wir können der Klimakrise nicht ausweichen! Wir müssen handeln!“

Die von ihr initiierten und unterstützten Aktionen treffen in der Bevölkerung auf Zustimmung wie auch auf Unverständnis und Ablehnung.

Welche Wege zeigt Luisa Neubauer auf, wie stellt sie sich der Kritik, was ist die Zukunft von Fridays for Future, wie retten wir unseren einzigen Lebensort, die Erde?

Das Klimanetzwerk wird mit vielen Vertretern vor Ort sein. Es gibt noch Karten über Vibus.

Wir freuen uns auf Luisa.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2025-04-29-Luisa_Neubauer-Maischberger-2989.jpg

Carsharing für Lippstadt

Vom „unmöglich“ zum Modellprojekt

Carsharing in Lippstadt? Noch vor wenigen Jahren galt das als aussichtslos. Zu kleinstädtisch, zu autozentriert, zu wenig Nachfrage – so lauteten die gängigen Vorurteile. Doch heute steht fest: Carsharing kommt nach Lippstadt. Im Sommer 2025 hat der Rat der Stadt das Projekt beschlossen und das nötige Budget freigegeben. Ein Erfolg, der ohne das Klimanetzwerk Lippstadt kaum denkbar gewesen wäre.

Das Klimanetzwerk als Motor der Veränderung

Bereits 2024 nahm das Klimanetzwerk Lippstadt das Thema nachhaltige Mobilität gezielt in den Fokus. Ein eigenes Projektteam wurde gegründet, um das Thema Carsharing fachlich fundiert und praxisnah zu bearbeiten. Unter der Leitung von Elke Leonhard Brendel wurden Chancen, Risiken und Umsetzungsmöglichkeiten intensiv analysiert.

Parallel dazu brachte sich das Klimanetzwerk aktiv in Workshops des Kreises Soest ein, der ebenfalls an einem Carsharing-Konzept für Lippstadt arbeitete. Ziel war es, den Prozess nicht nur kritisch zu begleiten, sondern konstruktiv zu unterstützen – immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.

Bürgerumfrage und WandelBar: Der Wendepunkt

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Erfolg war die umfangreiche Bürgerumfrage des Klimanetzwerkes. Sie zeigte klar: Das Interesse an Carsharing in Lippstadt ist vorhanden. Besonders Menschen, die selten ein Auto benötigen oder bewusst auf einen Zweitwagen verzichten möchten, sehen im Teilen von Fahrzeugen eine echte Alternative.

Ergänzt wurde die Umfrage durch eine gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltung in der WandelBar. Dort kamen Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung, Politik und Fachleute zusammen. Skepsis wurde offen angesprochen, Fragen ehrlich beantwortet und Erfahrungen aus anderen Städten vorgestellt. Aus Vorbehalten wurde Neugier – und aus Neugier Zustimmung.

Warum Carsharing sinnvoll ist

Ein Privat-Pkw wird im Durchschnitt nur etwa eine Stunde am Tag genutzt – die restliche Zeit steht er ungenutzt herum. Genau hier setzt Carsharing an. Ein gemeinsam genutztes Fahrzeug kann bis zu 20 private Autos ersetzen. Das spart Platz, reduziert Verkehr, senkt CO₂-Emissionen und entlastet die Stadt.

In vielen Großstädten ist Carsharing längst etabliert. Doch auch kleinere Städte wie Lippstadt können davon profitieren – vorausgesetzt, das Angebot ist gut geplant und nah an den Bedürfnissen der Menschen.

Der politische Durchbruch im Sommer 2025

Der Einsatz des Klimanetzwerkes zeigte Wirkung: Im Sommer 2025 stimmte der Rat der Stadt Lippstadt dem Carsharing-Projekt zu und stellte das Budget bereit. Insgesamt sollen zehn Fahrzeuge an sieben Standorten im Stadtgebiet angeboten werden – darunter Verbrenner und Elektroautos in unterschiedlichen Fahrzeugklassen.

Das Projekt wird mit rund 195.000 Euro staatlich gefördert. Der Start des Vergabeverfahrens ist für Januar 2026 geplant, ab Herbst 2026 sollen die ersten Carsharing-Autos in Lippstadt unterwegs sein.

Auch Bürgermeister und Verwaltung würdigten das Engagement des Klimanetzwerkes ausdrücklich und bedankten sich öffentlich für das beharrliche Vorantreiben des Projekts.

Ein Erfolg – und kein Endpunkt

Für das Klimanetzwerk ist der Ratsbeschluss ein wichtiger Meilenstein, aber kein Abschluss. Das Netzwerk wird den Prozess weiter begleiten – von der Auswahl des Anbieters bis zur Nutzung im Alltag. Denn der eigentliche Erfolg zeigt sich erst dann, wenn die Lippstädterinnen und Lippstädter das Angebot annehmen und nutzen.

Die Geschichte des Carsharings in Lippstadt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Politik gemeinsam an einer Idee arbeiten. Aus einer vermeintlich unrealistischen Vision ist ein konkretes Zukunftsprojekt entstanden – für mehr Lebensqualität, weniger Verkehr und eine klimafreundlichere Stadt.

Fünf Jahre WandelBar – eine Idee wird Bewegung

Jede Veränderung beginnt mit einer Vision. Und manchmal reicht eine Person, die den ersten Schritt wagt, damit viele andere folgen. Vor fünf Jahren brachte Johanna Brühl die Idee der WandelBar nach Lippstadt – einen offenen Raum, in dem Menschen miteinander über Zukunft, Nachhaltigkeit und die sozial-ökologische Transformation ins Gespräch kommen. Aus dieser Vision ist inzwischen ein fester Bestandteil des Klimanetzwerks Lippstadt geworden: die WandelBar als Ort des Austauschs, Lernens und gemeinsamen Handelns.

Die Anfänge

Im Frühjahr 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – entstand die erste WandelBar als virtueller Treffpunkt. Damals diskutierte eine kleine Gruppe Szenarien des Zukunftsinstituts, sprach über Postwachstum und über die Frage: „Was wollen wir wirklich, wirklich verändern?“

Es blieb nicht beim Austausch. Schnell wurde klar: Wandel braucht Räume, in denen Menschen sich begegnen und ins Tun kommen können. Aus der Online-WandelBar wurde eine reale Gemeinschaft vor Ort in Lippstadt. Erste Treffen beschäftigten sich mit Methoden wie dem 4-Quadranten-Modell von Ken Wilber oder der Theorie U von Otto Scharmer. Damit legten die Teilnehmenden die Grundlage, wie ein lokaler Transformationsprozess aussehen könnte – partizipativ, kreativ und offen.

Vom Experiment zur festen Größe

Ein entscheidender Schritt war das Finden von Orten für die WandelBar. Besonders der Einzug in einen leerstehenden Friseursalon mitten in der Stadt sorgte für Aufmerksamkeit. Passender hätte die Location kaum sein können: Ein Raum der Veränderung für eine Bewegung, die Wandel vorlebt.

Die Mensa des Ostendorfgymnasium ist seit dem September 2022 der Veranstaltungsort für die WandelBar – jeden ersten Mittwoch im Monat – finden hier  Vorträgen, Diskussionen und Workshops statt. Themen wie Tiny Houses, Carsharing, Postwachstum, klimagerechtes Reisen oder EU-Bürgerräte lockten immer wieder neue Menschen an. Der Erfolg sprach sich herum: Der Vortrag zu Tiny Houses mit über 70 Teilnehmer*innen führte sogar dazu, dass im Neubaugebiet Dedinghausen Platz für sieben Tiny Houses geschaffen wurde – ein konkretes Ergebnis aus einem WandelBar-Abend heraus.

Gemeinsam unterwegs

Die WandelBar ist längst nicht mehr nur „eine Idee von Johanna Brühl“. Sie ist heute ein fester Bestandteil des Klimanetzwerks und lebt von den vielen Menschen, die sich regelmäßig einbringen, organisieren, mitdiskutieren und Projekte vorantreiben. Ob bei Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen oder in Gesprächen mit Politik und Verwaltung – die WandelBar hat entscheidend dazu beigetragen, dass das Thema Klimaneutralität und nachhaltiges Leben in Lippstadt sichtbar bleibt.

Ein Beispiel dafür war der 40. WandelBar-Themenabend am 6. August 2025: Ein Spaziergang durch die Stadt führte zu kritischen Orten der Klimaanpassung. Zwölf Teilnehmende schauten genau hin und diskutierten, ob die bisherigen Maßnahmen reichen, um Lippstadt klimaresilient zu machen. Es wurde deutlich: Wandel bedeutet, den Blick zu schärfen, Fragen zu stellen – und sich einzumischen.

Stolz auf das, was wir erreicht haben

Wenn wir heute zurückschauen, können wir als Klimanetzwerk Lippstadt stolz sein:

  • Wir haben aus einer Idee einen festen Lern- und Begegnungsraum geschaffen.
  • Wir haben regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, die hunderte Menschen erreicht haben.
  • Wir haben Themen gesetzt, die in der Stadt weiter diskutiert und zum Teil schon umgesetzt wurden.
  • Wir haben gezeigt, dass Wandel nicht abstrakt bleibt, sondern ganz konkret vor Ort passiert.

All das ist nicht das Werk Einzelner, sondern das Ergebnis gemeinschaftlichen Engagements. Jede Person, die in den letzten fünf Jahren dabei war, hat die WandelBar mitgestaltet: als Vortragende, als Diskussionspartner, als Mitorganisatorin, als Ideengeberin oder einfach durch die Präsenz und das Zuhören.

Ausblick: Der Wandel geht weiter

Die WandelBar ist nicht am Ziel – sie ist unterwegs. Unsere Vision bleibt, Lippstadt nicht nur klimaneutral zu machen, sondern zu einer gerechteren, gemeinschaftlicheren und lebenswerteren Stadt zu entwickeln. Eine Stadt, die sich mutig den Herausforderungen der Zukunft stellt und suffizientes, nachhaltiges Leben ermöglicht.

Dazu braucht es weiterhin viele Aktive, die ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und Lust haben, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Jede*r ist eingeladen, Teil dieser Bewegung zu werden. Denn klar ist: Niemand gestaltet den Wandel für uns – wir müssen ihn selbst in die Hand nehmen.

Fazit

Die Geschichte der WandelBar zeigt, was möglich ist, wenn eine Vision auf engagierte Menschen trifft. Sie ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Veränderung machbar ist – Schritt für Schritt, Abend für Abend, Projekt für Projekt.

Als Klimanetzwerk Lippstadt blicken wir mit Dankbarkeit und Stolz auf die letzten fünf Jahre zurück. Und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit vielen alten und neuen Mitstreiter*innen die nächsten Kapitel zu schreiben.

Denn die Zukunft beginnt hier – und jetzt.

12 Fragen zum Klimaschutz in Lippstadt an unsere 6 BürgermeisterkandidatInnen

Dieses Jahr ist für uns ein besonders, denn wir wählen am 14. September einen neuen Stadtrat und einen neuen Bürgermeister, bzw. eine Bürgermeisterin.  Oft wurden unsere Anregungen im Rat und in den Ausschüssen abgelehnt, teilweise mit nur einer Stimme Mehrheit – und das war nicht selten sogar der Leiter des Ausschusses oder sogar der Bürgermeister. Deshalb stand das Jahr 2025 bei uns auch unter den Vorzeichen eines Wandels für Lippstadt durch Wahlen.

Noch 6 Wochen bis zur Wahl


Zur Wahl stehen nicht nur die Parteien, sondern auch Personen, die sich im Wahlkampf den LippstädterInnen vorgestellt haben. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass die Person des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin einen wichtigen Einfluss auf die Kommunikation, die Entscheidungen und Beschlüsse im Stadtrat haben. 

Im Hinblick auf die Klimakrise, ihre Auswirkungen in Lippstadt und konkrete Maßnahmen dagegen hatten wir an die BürgermeisterkandidatInnen also 12 Fragen, die uns als Netzwerk am Herzen liegen, da sie unsere Themen betreffen. Uns ist klar, dass dies nur ein Ausschnitt dessen darstellt, was auf Lippstadt zukommt. Trotzdem können die Antworten eine Wahlhilfe sein und deshalb wollen wir sie hier an dieser Stelle auch in Gänze transparent und öffentlich machen, damit sich jeder und jede selbst ein Bild machen kann.

Unser Fazit:

Die Antworten lassen nicht nur Rückschlüsse auf den Ambitionsgrad der Kandidaten beim Klimaschutz zu, sondern auch auf ihr Fachwissen, ihre Expertise und darauf, wie sehr sich die Kandidaten und Kandidatinnen in das Thema Klimaschutz für Lippstadt eingearbeitet haben. Unser Fazit nach der Sichtung der Antworten: 3 der 6 Kandidaten sind sehr ambitioniert, das Thema systematisch und zeitgerecht anzugehen, die 3 übrigen Kandidaten gehören eher zur Fraktion der Verzögerer. 

Unsere Top 3 in puncto mutige Anpacker mit Vision und strukturierter Herangehensweise sind Elisabeth Körner, Michael Bruns und Alexander Tschense

Aber schauen Sie doch selbst einmal in die Antworten und machen Sie sich ein eigenes Bild. 

Hier geht es zu den vollständigen Fragen und Antworten, die wir im Juni und Juli 2025 durch eine E-Mail-Befragung der sechs KandidatInnen und Kandidaten erhoben haben. 

Und in den nächsten 6 Wochen werden wir die einzelnen Fragestellungen über unsere Social Media Accounts einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Fahrradtour für den Klimaschutz

Die AG Energie des Klimanetzwerkes Lippstadt veranstaltete am 01.09. die erste Wärme und PV-Tour in diesem Jahr.

Abends, bei schönem, viel zu trockenen Wetter trafen sich 24 Interessierte zu dem Thema:

Wie spare ich möglichst viel Energie im Haus.

Die Beweggründe hierfür sind aktuell viele, die einen sehen die Notwendigkeit aus Kostengründen und in Anbetracht von eskalierenden Strom- und Gaspreisen, Energie einzusparen, andere sehen natürlich auch den Klimaaspekt. Fakt ist, dass jeder Mensch, der in einem Gas- oder Heizöl beheizten Haus/Wohnung wohnt, entlässt ca. 1t CO2 in die Luft pro Jahr. Wenn man das vergleicht mit den Vorgaben des IPCC, der das Einhalten des 1,5°-Ziels nur für möglich hält, wenn pro Kopf insgesamt nur maximal 2 t CO2 in die Luft geblasen werden dürfen, ist die Immobilie schon ein sehr grosser Hebel.
Wärmedämmung der Keller- und der Dachbodendecke, 3-fach verglaste Fenster können hier schon sehr viel Effekt zeigen.
Die Tour mit den Drahteseln ging vorbei an einem Einfamilienhaus aus 1963, an einem Mehrfamilienhaus aus den 1970ern, und einem komplett sanierten Altbau mit ähnlichem Baujahr. Allen Immobilien ist gemein, dass sie mit Wärmepumpen, also elektrisch betrieben werden, und das der hierfür notwendige Strom mit PV-Anlagen gewonnen wird. Weitere Heizungsunterstützung liefert im Sommer eine Solarthermie. Die Wärme wird aus dem Boden (Erdwärme) oder aus der Luft (Luftwärme) gewonnen.
Nach dem sämtlich Themen, wie z.B. Speicherung von Energie entweder in Form von elektrischen Speichern, aber auch z.B. als Eisspeicherheizung als saisonaler Speicher standen hier auf dem Programm. 

Die Teilnehmer*innen waren nach der ca. 2-stündigen Führung versorgt auch mit Hintergrundinformationen, wie man an die Fördergelder kommt, was gefördert wird und in welchem Umfang. 

Falls Interesse an einer weiteren Tour besteht, wenden Sie sich bitte an info@klimanetzwerk-lippstadt.de

Du hast die Wahl – am 13.09.

Welche Partei überzeugt Dich beim Thema Klimaschutz wirklich? Wir haben zu diesem Thema die Wahlprüfsteine aufgelegt und die Inhalte visualisiert. Schaut selbst.

Mehr Info´s gibt es auch an unserem Wahlprüfsteine – Stand am 29.08., 05.09. und 12.09 auf dem Rathausplatz in Lippstadt von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr.

Sprechen Sie uns an!