Klimaschutz im Schulterschluss

Klimaneutralität 2040, starke Partnerschaften und datenbasierte Strategien – das Klimanetzwerk Lippstadt geht den nächsten konsequenten Schritt. Im Rahmen einer intensiven Strategietagung traf sich das Kernteam mit der bundesweit aktiven Initiative LocalZero, um die Zusammenarbeit auf ein neues Level zu heben. Das Ziel ist klar: Lippstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 wirkungsvoll begleiten.

Was bei diesem Treffen deutlich wurde: Das Klimanetzwerk Lippstadt professionalisiert seine Arbeit spürbar – strukturiert, strategisch und mit einem starken Partner an der Seite.


Klimaneutralität 2040: Gemeinsam mehr erreichen

Sowohl das Klimanetzwerk Lippstadt als auch LocalZero verfolgen ein gemeinsames Ziel: Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität fundiert und praxisnah zu unterstützen.

Die Strategietagung zeigte eindrucksvoll, wie gut sich lokale Verankerung und externe Expertise ergänzen. Während das Klimanetzwerk tief in der Stadtgesellschaft verwurzelt ist, bringt LocalZero umfassende Erfahrung, bundesweite Vergleichsdaten und fachliche Expertise ein.

Das Ergebnis: Mehr Schlagkraft für den Klimaschutz in Lippstadt.


Vier Synergiefelder für mehr Wirkung im Klimaschutz

In dem konstruktiven und motivierenden Austausch wurden vier zentrale Bereiche identifiziert, in denen die Zusammenarbeit besonders großes Potenzial entfaltet:

1. Daten- und Analysearbeit: Klimaschutz auf belastbarer Grundlage

Ein zentrales Thema war die datenbasierte Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen. Besonders spannend: die Gegenüberstellung der Maßnahmensteckbriefe des Klimanetzwerks mit den Top-Maßnahmen von LocalZero.

Welche Maßnahmen bringen tatsächlich die effektivsten CO₂-Reduktionen?
Welche Strategien haben sich andernorts bewährt?

„Bei diesen Themen eröffnen sich für uns effektivere Methoden und Daten, die unsere zukünftigen Forderungen auf eine noch bessere Datenbasis stellen“, betont Sprecherin Anke Victor.

Damit wird klar: Das Klimanetzwerk argumentiert künftig noch fundierter, faktenbasierter und strategischer – ein deutlicher Schritt in Richtung Professionalisierung.


2. Bürgerbeteiligung und Aktivierung: Klimaschutz wird gemeinschaftlich

Klimaschutz lebt vom Mitmachen. Die Zusammenarbeit mit LocalZero eröffnet neue Ansätze zur Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern sowie zur strukturierten Beteiligung.

Ein gelungenes Beispiel ist der „Tag des offenen Heizungskellers“ im vergangenen Herbst. Über 60 Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer informierten sich vor Ort über klimafreundliche Heizlösungen. Diese erste Kooperation zeigte bereits, wie erfolgreich gebündelte Kompetenzen wirken können.


3. Projektentwicklung und Finanzierung: Vom Konzept zur Umsetzung

Klimaschutz braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch tragfähige Projekte und solide Finanzierungskonzepte. Hier bringt LocalZero zusätzliche Expertise ein – etwa bei der strategischen Planung von Maßnahmen oder bei der Identifikation von Fördermöglichkeiten.

Das Klimanetzwerk Lippstadt erweitert damit sein Kompetenzprofil deutlich: von der engagierten Initiative hin zum strategisch arbeitenden Partner für konkrete Umsetzungsprojekte.


4. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit: Wissen multiplizieren

Auch im Bereich Bildung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit entstehen neue Möglichkeiten. Klimaschutzwissen soll noch gezielter vermittelt und verständlich aufbereitet werden – faktenbasiert, lösungsorientiert und motivierend.

Gleichzeitig lädt LocalZero das Klimanetzwerk ein, gemeinsam am bundesweiten Angebot weiterzuarbeiten – etwa in den Bereichen Netzwerkmanagement und Energiethemen. Das unterstreicht: Das Klimanetzwerk Lippstadt wird zunehmend auch überregional als kompetenter Akteur wahrgenommen.


Lokale Stärke trifft externe Expertise

Das Treffen machte deutlich: Durch die Verbindung von lokaler Kompetenz und externer Fachunterstützung gewinnt der Klimaschutz in Lippstadt spürbar an Dynamik.

Mit klar definierten Ansprechpartnern – künftig ist Lena Daccache erste Ansprechpartnerin für LocalZero – werden die Prozesse noch strukturierter und effizienter gestaltet.


Klimanetzwerk Lippstadt: Vom Engagement zur strategischen Kraft

Die Strategietagung markiert einen Meilenstein. Das Klimanetzwerk Lippstadt entwickelt sich sichtbar weiter:

  • stärkere Datenorientierung
  • klarere strategische Ausrichtung
  • professionelle Projektentwicklung
  • strukturierte Kooperation auf Bundesebene

Der Schulterschluss mit LocalZero zeigt: Das Klimanetzwerk ist bereit für die nächste Stufe der Professionalität.

Lippstadt profitiert davon – mit mehr Expertise, mehr Wirkung und einem klaren Kurs Richtung Klimaneutralität 2040.

Der Klimaschutz in Lippstadt ist damit nicht nur engagiert, sondern strategisch aufgestellt wie nie zuvor.

Carsharing für Lippstadt

Vom „unmöglich“ zum Modellprojekt

Carsharing in Lippstadt? Noch vor wenigen Jahren galt das als aussichtslos. Zu kleinstädtisch, zu autozentriert, zu wenig Nachfrage – so lauteten die gängigen Vorurteile. Doch heute steht fest: Carsharing kommt nach Lippstadt. Im Sommer 2025 hat der Rat der Stadt das Projekt beschlossen und das nötige Budget freigegeben. Ein Erfolg, der ohne das Klimanetzwerk Lippstadt kaum denkbar gewesen wäre.

Das Klimanetzwerk als Motor der Veränderung

Bereits 2024 nahm das Klimanetzwerk Lippstadt das Thema nachhaltige Mobilität gezielt in den Fokus. Ein eigenes Projektteam wurde gegründet, um das Thema Carsharing fachlich fundiert und praxisnah zu bearbeiten. Unter der Leitung von Elke Leonhard Brendel wurden Chancen, Risiken und Umsetzungsmöglichkeiten intensiv analysiert.

Parallel dazu brachte sich das Klimanetzwerk aktiv in Workshops des Kreises Soest ein, der ebenfalls an einem Carsharing-Konzept für Lippstadt arbeitete. Ziel war es, den Prozess nicht nur kritisch zu begleiten, sondern konstruktiv zu unterstützen – immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.

Bürgerumfrage und WandelBar: Der Wendepunkt

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Erfolg war die umfangreiche Bürgerumfrage des Klimanetzwerkes. Sie zeigte klar: Das Interesse an Carsharing in Lippstadt ist vorhanden. Besonders Menschen, die selten ein Auto benötigen oder bewusst auf einen Zweitwagen verzichten möchten, sehen im Teilen von Fahrzeugen eine echte Alternative.

Ergänzt wurde die Umfrage durch eine gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltung in der WandelBar. Dort kamen Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung, Politik und Fachleute zusammen. Skepsis wurde offen angesprochen, Fragen ehrlich beantwortet und Erfahrungen aus anderen Städten vorgestellt. Aus Vorbehalten wurde Neugier – und aus Neugier Zustimmung.

Warum Carsharing sinnvoll ist

Ein Privat-Pkw wird im Durchschnitt nur etwa eine Stunde am Tag genutzt – die restliche Zeit steht er ungenutzt herum. Genau hier setzt Carsharing an. Ein gemeinsam genutztes Fahrzeug kann bis zu 20 private Autos ersetzen. Das spart Platz, reduziert Verkehr, senkt CO₂-Emissionen und entlastet die Stadt.

In vielen Großstädten ist Carsharing längst etabliert. Doch auch kleinere Städte wie Lippstadt können davon profitieren – vorausgesetzt, das Angebot ist gut geplant und nah an den Bedürfnissen der Menschen.

Der politische Durchbruch im Sommer 2025

Der Einsatz des Klimanetzwerkes zeigte Wirkung: Im Sommer 2025 stimmte der Rat der Stadt Lippstadt dem Carsharing-Projekt zu und stellte das Budget bereit. Insgesamt sollen zehn Fahrzeuge an sieben Standorten im Stadtgebiet angeboten werden – darunter Verbrenner und Elektroautos in unterschiedlichen Fahrzeugklassen.

Das Projekt wird mit rund 195.000 Euro staatlich gefördert. Der Start des Vergabeverfahrens ist für Januar 2026 geplant, ab Herbst 2026 sollen die ersten Carsharing-Autos in Lippstadt unterwegs sein.

Auch Bürgermeister und Verwaltung würdigten das Engagement des Klimanetzwerkes ausdrücklich und bedankten sich öffentlich für das beharrliche Vorantreiben des Projekts.

Ein Erfolg – und kein Endpunkt

Für das Klimanetzwerk ist der Ratsbeschluss ein wichtiger Meilenstein, aber kein Abschluss. Das Netzwerk wird den Prozess weiter begleiten – von der Auswahl des Anbieters bis zur Nutzung im Alltag. Denn der eigentliche Erfolg zeigt sich erst dann, wenn die Lippstädterinnen und Lippstädter das Angebot annehmen und nutzen.

Die Geschichte des Carsharings in Lippstadt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Politik gemeinsam an einer Idee arbeiten. Aus einer vermeintlich unrealistischen Vision ist ein konkretes Zukunftsprojekt entstanden – für mehr Lebensqualität, weniger Verkehr und eine klimafreundlichere Stadt.