Weihnachtsfeier in der WandelBar

Wie schnell die Zeit vergeht. Nun ist die Zeit im Friseursalon in der Poststr. 12 schon wieder vorbei. Wir waren insgesamt 3 Monate dort und haben den Leerstand bespielt und nun sind wir beim Abbauen. Das letzte Wochenende hatten wir den Laden nochmals am Freitag und Samstag auf und feierten am Freitag Abend unsere Weihnachtsfeier. Es kamen 14 Klimanetzwerker*innen die gut gelaunt und mit viel leckerem Fingerfood das Catering bestückten. Die Stimmung war so gut, dass wir bis um Mitternacht noch tanzten und das Zusammensein feierten.

Das Jahr 2023 ist aus Sicht des Klimanetzwerkes auch sehr erfolgreich gelaufen.

Unsere Aktivitäten in 2023

  • 10 x Netzwerktreffen
  • 10 x AG Energie
  • 10 x Themenabend der WandelBar
  • 4 x AG Flächengestaltung
  • 2 x Wärme und PV Radtour
  • 1 x Tornado Radtour
  • 11 x Treffen des Kernteams

    und die fleissige Mitarbeit bei Demos, Kritical Mass, in der AG Mobilität mit dem diesjährigen Stadtradeln, Unterstützung beim Klimazielfindungsprozess sind dabei noch nicht inbegriffen.

In der WandelBar konnten wir drei Monate das Netzwerk und seine Inhalte sichtbar machen und mit Lippstädterinnen und Lippstädtern in die Diskussion kommen. Hier tagten auch die AGs zu den Themen Energie, Flächengestaltung, die WandelBar und Initiativen, die sich im Netzwerk engagieren. Endlich war ein Raum da, um auch einmal zu feiern und die Community zu zelebrieren – auch das ist wichtig, wenn man ehrenamtlich tätig ist. 

Die Lokalpresse hat uns in diesem Jahr wieder gut begleitet und wir werden mittlerweile als wichtiger Ansprechpartner betrachtet, wenn es in Lippstadt um Klimawandel und Klimafolgenanpassung geht. So wurden wir nicht nur um thematischen Input von der Lokalpresse gebeten, sondern auch immer mal wieder um Statements, z.B. als es um das 175-jährigen Jubiläum der Tageszeitung „Der Patriot“ ging.  Immer mehr verfestigt sich der Eindruck, dass man in Lippstadt am Klimanetzwerk nicht mehr vorbeikommt, wenn es um das wichtige Thema Klimawandel geht.

Im Klimanetzwerk sind wir der festen Überzeugung, dass wir alle uns und unser Verhalten verändern müssen, wenn wir den Klimawandel aufhalten, bzw. bremsen wollen. Wir möchten deshalb möglichst viele Lippstädterinnen und Lippstädter mit der Notwendigkeit der Veränderung berühren. Das ist harte Arbeit und braucht Ausdauer. 

Wir haben deshalb im Klimanetzwerk das Kernteam auf neue Füße gestellt und insgesamt sieben Mitglieder gefunden, die motiviert und bereit sind, sich dafür zu engagieren. Die Mitglieder des Kernteams bringen sich mit ihrer Expertise ein und tragen zum Gelingen bei. Das Kernteam hat sich 2023 insgesamt elf Mal getroffen. Mit dabei sind Anke Victor (Sprecherin), Johanna Brühl (Koordinatorin), Sabine Hense-Ferch (Presse), Uwe Schemman (Kasse), Jan Wollesen und Gerd Pokraka (Strategie und Struktur) und Isabel Behr (Kooperationen).

Unser Kernteam:

Insgesamt zählen wir mittlerweile mehr als 110 Teilnehmer in unserem Verteiler, wobei natürlich nicht alle aktiv sind. Es gibt auch viele Menschen, die unsere Aktionen mitverfolgen und mit uns sympathisieren. Mitlesen kann man auch auf unserer Homepage www.klimanetzwerk-lippstadt.de und auf unserem Instagram Account klimanetzwerk.lp . Hier folgen uns mittlerweile 400 Follower. 

In 2024 wollen wir uns wieder mehr auf die Kooperation mit Lippstädter Unternehmen fokussieren und werden zum 3. Klimanetzwerk Wandel BarCamp einladen. Unsere Wunschlocation ist das IQ  und wir wollen dabei alle Mieter mit einbinden. In die Planung werden wir im neuen Jahr einsteigen. Auch das Thema Carsharing steht jetzt neu auf unserer Agenda und soll im kommenden Jahr weiter bearbeitet werden. Hier hat sich ein Planungsteam gefunden.


Die WandelBar im Leerstand


Was lange währt wird endlich Wirklichkeit. Seit März 2020 hatte Johanna Brühl vom Klimanetzwerk den Wunsch einen Lernort für die Veränderung in Lippstadt zu haben. In der Coronazeit hat sie gelernt virtuell am Projekt zu arbeiten und am Anfang hatte sie sogar ein Team von 9 Organisationsentwicklern aus dem deutschsprachigen Raum, die sie begleitet haben.

Heraus kam die Idee, in Lippstadt mit einer leeren Agenda und der Theorie U und einigen Freiwilligen zu starten.

Das erste reale Treffen der WandelBar fand im September 2020 zuerst bei der Ev. Gemeinde in Lippstadt und später bei der INI statt. Es gab eine Community die sich mit dem Thema Postwachstum auseinander gesetzt hat und die eine Vision entwickelte und ein Teamtraining, die uns zusammen schweißen sollte. In dieser Zeit entstand unsere Vision der WandelBar. Aber dann kam Corona.

Trotz virtueller WandelBar Treffen, war die anfängliche Euphorie irgendwann aufgebraucht und so machten wir im März 2022 einen zaghaften Neustart in der Mensa des Ostendorfgymnasiums. Schnell merkten wir, dass die WandelBar für alle Lippstädter*innen offen sein sollte und so kam die Idee einer Vortragreihe zu Themen der großen Transformation zustande.

Seit September 2022 haben wir den Raum an jedem 1. Mittwoch im Monat für die Veranstaltungen der WandelBar und holen so die Lippstädter*innen zu den einzelnen Themen ab. Diese Vortragsreihe werden wir weiterhin unter dem Logo WandelBar veranstalten.

Die Idee der eigenen Location für die Transformation ist aber nie ganz erloschen und so bewarben wir uns im Januar 2023 um Fördergelder für die Bespielung eines Leerstandes und gingen fleissig auf Suche. Es stellte sich heraus, dass viele Immobilienmakler für die Summe der Förderung lieber das Ladenlokal leer stehen lassen und so versuchten wir an die Eigentümer heran zu kommen. Das erste Ladenlokal, dass wir auf diese Weise besichtigen konnten, stellte sich aber als zu sanierungsbedürftig heraus und so entschieden wir uns weiter zu suchen.

Durch Mund-zu-Mund Propaganda kamen wir dann an den Friseurladen in der Poststr. 12. Mit dem Friseurmeister waren wir uns schnell einig und das ehemalige Konzept wurde schnell über den Haufen geschmissen und den neuen Gegebenheiten angepasst. Die WandelBar kann deshalb jetzt vorerst einmal nur für interne Veranstaltungen genutzt werden und die Lippstädter Öffentlichkeit können wir auf der Straße an Stehtischen ansprechen.

Die WandelBar im Leerstand

An der Tür der WandelBar steht:

„Die WandelBar ist ein temporäres Projekt des Klimanetzwerks Lippstadt. 
Wir bespielen hier einen Leerstand bis zum 01.12.2023

Wir wollen hier mit den Lippstädter*innen über die Klimaziele der Stadt ins Gespräch kommen und unsere Arbeit sichtbar machen.

Die große Transformation zu einer klimaneutralen Stadt muss kultiviert werden und kann nicht in Auftrag gegeben werden. Wir sind alle Teil dieser Veränderung. 

Der Friseursalon dient uns dabei als Metapher. 
Friseursalons sind bekanntlich kommunikative Orte und häufig kommt man verändert wieder heraus. Wir verändern nicht ihr Aussehen, wollen aber über Gespräche Ihre Einstellung verändert. 

Veränderung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und… 

Veränderung kommt von innen.“

Am 15.09.2023 nach der Aktion zum Global Strike Day werden wir die WandelBar mit den Klimanetzwerker*innen eröffnen. Schon jetzt spricht sich herum, dass sich in der Poststr. etwas tut.

Nächste PV und Wärme Radtour

Welche Möglichkeiten gibt es, fossilfrei zu heizen und Wasser zu erwärmen? Um Fragen wie diese zu klären, lädt das Klimanetzwerk Lippstadt am Samstag, dem 01.07.2023 zur nächste Photovoltaik- und Wärmeradtour ein.

Infos zur Energie- und Wärmewende

Auf der dreistündigen, maximal 10 km langen Tour erfahren sie dann alles über die Umsetzung von klimaneutraler Energiegewinnung und das Heizen ohne Gas und Heizöl. Angesichts der aktuellen Diskussionen um das Gebäude-Energie- Gesetz (GEG) überdenken einige Besitzer älterer Gas- und Heizöl- Heizungen, wie es künftig mit der Wärmeerzeugung im Haus weitergeben soll.

Die Zukunft ist schon sichtbar

Dass dies schon hervorragend funktioniert auch im Altbau, ist bereits Realität und kann auf dieser Radtour besichtigt werden. Die Hauseigentümer informieren Sie aus erster Hand und mit realistischen Zahlen. Lassen Sie sich inspirieren und vernetzen Sie sich mit den Experten in Lippstadt.

Das Klimanetzwerk bittet um Anmeldung per E-Mail an info@klimanetzwerk-lippstadt.de. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dann über den Treffpunkt informiert.

Tornado- Radtour

Am 20.05.2023 jährte sich das Ereignis, dass Lippstadt im Kern verändert hat. Lippstadt, das steht für das Venedig Westfalens und für eine grüne Stadt mit altem Baumbestand. Am 20.05.2022 hat es der Tornado des Sturmtiefs Emmelinde geschafft, das Lippstadt Thema in der Tagesschau wurde und wir auch 1 Jahr später noch mit den Schäden und dem Aufräumen dieser Naturkatastrophe beschäftigt sind. In vielen Straßen gibt es noch Baumstümpfe, die das Pflaster hochheben und Stolperstellen sind. Es gibt noch abgedeckte Dächer, da Versicherungen nicht zahlen wollen oder weil es keine Versicherung gibt. Die 5000 Bäume, die dem Tornado zum Opfer gefallen sind, haben das Stadtbild verändert und bis die 550 Bäume, die bisher gepflanzt wurden, wieder in dem Maß Schatten spenden und CO2 absorbieren, wird es wohl noch 100 Jahre dauern.

Damit das Ereignis im Gedächtnis der Bevölkerung wach bleibt und unser Handeln und Denken weiterhin bestimmt, haben wir eine Tornado – Radtour gestartet. Es kamen 24 Lippstädter aus den verschiedensten Bereichen und der Lippstädter Radlerstammtisch kam sogar mit einer 10 köpfigen Delegation.

Die Streuobstwiese am Kleingartenverein


Die Radtour begann an der neuen Streuobstwiese am Kleingartenverein des Stadtwaldes. Hier war ein 3500 ha großes Waldgebiet zerstört worden und der Verein “Lippstädter Grün“ hat seine Vision eines grünen Klassenzimmers auf einer Streuobstwiese verwirklicht. Das war ein Jahr harte Arbeit und wird auch in Zukunft viel Arbeit bringen, da die 38 jungen Bäume natürlich pflegeintensiv sind. Hier konnten einige Radler berichten, wie sie fleissig mitgearbeitet haben und wie froh sie sind, dass die Streuobstwiese am 13.05. nun jetzt auch feierlich eröffnet wurde und den Lippstädtern als öffentliche Fläche zur Verfügung steht.

Danach ging es weiter zur Stadtwaldschule, die ebenfalls ihren angrenzenden Wald verloren hat. Hier konnte Uwe Schemman die Teilnehmer durch seine Erzählungen in seinen Bann ziehen, denn er hatte seine Kinder in dieser Schule. Alleine das Amphitheater ist noch erkennbar, in dem die Schüler an heißen Tagen auch mal ihr Outdoorklassenzimmer nutzen konnten. Nun ist daran nicht mehr zu denken, denn hier sieht es eher nach einer Mondlandschaft aus. Werner Lödige konnte berichten, dass es bereits ein Konzept für diesen schulnahen Bereich gibt und wir können hoffen, dass wir vielleicht in einem Jahr etwas über die Umsetzung der Pläne erfahren.

Uwe Schemman erklärt: „Der Wald an der Stadtwaldschule wurde vom Tornado weggefegt. „


Der weitere Stop am Jahnplatz und am Evangelischen Gymnasium zeigte auch hier auf, welche Lücken der Tornado hinterlassen hat und dass noch lange nicht alle Schäden behoben sind. Hier erzählte Anke Victor die Geschichte, das PV Platten der Sporthalle am Jahnplatz, Tage später auf einem Grundstück in der Nähe des Friedhofs entdeckt wurden. Der Tornado hatte also die Kraft, die PV Platten 1,5 km in der Luft zu wirbeln und sie später wieder auszuspucken.

Als nächstes haben wir uns die Möllerstr. und die Friedrichschule mit Friedrichstraße angeschaut. In diesen Straßenzügen sind alleine 50 % der bis zu 150 Jahre alten 330 Bäumen umgekippt oder wurden so stark zerstört, dass sie im Nachhinein gefällt werden mussten. Die Möllerstr. wurde bereits wieder aufgeforstet und an der Friedrichschule stehen 10 neue Kolosse (schon recht große und alte Platanen) und 2 neue Hochstämme.
Die Friedrichstraße wartet noch auf eine Aufforstung und ein neues Konzept. Im April/Mai sah man an den Stellen, an denen es 2022 noch Bäume gab, nun kleine Tulpenbeete. Die Friedrichstr. galt bisher immer als die Klimaanlage für die Innenstadt, da es dort immer 5 Grad kühler war, als in der Stadt. Nachts wurde durch das Wasser der Lippe und den Wind auch die Innenstadt abgekühlt. Heute merkt man, wie in der Friedrichstr. die warme Luft steht und auf Abkühlung der Innenstadt ist von dieser Stelle nicht mehr zu rechnen.

Die Bedeutung der Friedrichstraße für das Innenstadtklima

Johanna Brühl erläutert, welche Bedeutung die Bäume an der Friedrichstr. für das Klima der Innenstadt hatten.

Da am 20.05. in der Innenstadt das Altstadtfest gefeiert wurde, führte uns unsere Radtour nur noch an der Nikolaischule vorbei, wo wir uns die 5 neuen Bäume ansahen, die Lippstädter Grün e.V. gepflanzt hat. Danach fuhren wir am Café im Grünen Winkel vorbei bis zum Mattenklottsteg, wo unsere geführte Tour endete. Ein Blick in den Grünen Winkel hat uns gezeigt, dass sich die Natur erholt. Wir werden aber bestimmt noch 10 Jahre mit der Aufforstung beschäftigt sein und können nur hoffe, dass uns die Natur nicht neue Herausforderungen beschert. Gefahr für die Bäume gibt es von vielen Seiten, auch wenn es in den nächsten Jahren auf dem Postgelände zu umfangreichen Baumassnahmen kommt, könnte der kleine Wald zwischen Lippe und Postgelände in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das Klimanetzwerk im Hellweg Podcast

Unsere Sprecherin Anke Victor wurde vom Hellweg Radio und zwar dem Podcast von Barbara Ross „Einfach… nachhaltiger“ eingeladen. Anlässlich des Abschluss der COP 27 wurde recherchiert, wie der Stand der Dinge auf lokaler Ebene in punkto Klimaschutz ist.
Hier der Text und Link zum Podcast.

Greta Thunberg steht an vorderster Front im Kampf gegen den Klimawandel, doch Bewegungen wie Fridays for Future verlieren immer mehr an Drive, weil einfach nichts passiert … oder doch? Das Klimanetzwerk Lippstadt, das sich bereits 2019 gegründet hat, gibt die Hoffnung nicht auf und hat schon viel erreicht. Was das ist .. wo es noch hakt – über all das spricht „einfach nachhaltiger“-Podcasterin Barbara Röss mit Klimanetzwerk-Sprecherin Anke Victor. Eine tolle Folge mit Tipps für Teenager!